23.06.2026

Das Kinderhilfswerk NELIA setzt sich seit vielen Jahren in Uganda für benachteiligte Kinder und Familien ein. Durch Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Landwirtschaft und Betreuung ist ein nachhaltiges Netzwerk entstanden, das Leben verändert. Nun steht ein bedeutender Entwicklungsschritt bevor: Andrea Tischhauser übergibt die operative Leitung vor Ort ganz in die Hände der ugandischen Mitarbeitenden. Dieser Übergang zeigt, wie langfristiges Engagement echte Eigenständigkeit fördern kann, ganz nach dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Ein Bericht von Andrea Tischhauser
Nach nun zehn Jahren intensiver Aufbauarbeit bei NELIA habe ich mich entschieden, meine Rolle Ende 2026 zu verändern und künftig mehr im Hintergrund zu wirken. Ich werde in die Schweiz zurückkehren und im NELIA-Vorstand das Werden und Wirken von NELIA weiter begleiten.
Meine Motivation war immer: So viel wie möglich helfen, aber nur so viel wie nötig. Ich bin überzeugt, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die operative Verantwortung vollständig in lokale Hände zu legen. Grace Atim ist als neue Mitarbeiterin ins Leitungsteam eingestiegen und wird ab Anfang 2027 meine Aufgaben übernehmen. Das Team besteht heute aus engagierten ugandischen Mitarbeitenden, die ihre Kultur, ihre Herausforderungen und die Menschen vor Ort am besten verstehen. Sie werden die Arbeit eigenständig weiterführen und prägen.

Als ich vor zehn Jahren mit John Rugambwa begann, war NELIA ein kleines Projekt mit nur drei Mitarbeitenden. Heute sind daraus 28 Arbeitsplätze entstanden. Ein sechsköpfiges Kernteam trägt die Verantwortung, und seit Herbst 2025 sind zwei ugandische Vorstandsmitglieder hinzugekommen – aus den Bereichen Gesundheit sowie Sozial- und Kinderschutz. Künftig wird der Vorstand aus zwei Schweizern (Christian Tobler von der Inter-Mission und mir) und zwei ugandischen Mitgliedern bestehen. Diese Entwicklung erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit.
Ich werde weiterhin Teil von NELIA bleiben – im Vorstand, im Gebet und mit ganzem Herzen. Denn ich weiss, wie herausfordernd die Arbeit in Uganda ist. Bürokratische Hürden, Unsicherheiten und oft auch Korruption verlangen viel Geduld und Ausdauer. Umso dankbarer bin ich, dass NELIA heute besteht – und wächst.

Schon als Kind hatte ich den Traum, ein Kinderhilfswerk aufzubauen und benachteiligten Menschen zu helfen. Dieser Wunsch hat sich erfüllt. Gleichzeitig habe ich in Uganda viel gelernt: Die Menschen dort sind mir oft zu Vorbildern geworden – mit ihrer Geduld, ihrem Durchhaltevermögen und ihrer positiven Lebenshaltung trotz grosser Armut.
Es ist mir ein grosses Anliegen, dass Hilfe langfristig gedacht wird. Armut, wie sie in Uganda über Jahrzehnte gewachsen ist, kann nicht kurzfristig überwunden werden. Deshalb braucht es treue Partnerschaften, Ausdauer und die Bereitschaft, über lange Zeit dranzubleiben. Besonders die Förderung von Kindern liegt mir am Herzen – sie sind die Zukunft dieses Landes und reagieren oft sehr schnell auf Unterstützung.
Ich möchte allen danken, die NELIA unterstützen – für jede Spende und jedes Weitererzählen. Wir sind aufeinander angewiesen. Gemeinsam können wir viel bewegen. Ich bleibe dabei – einfach in einer neuen Rolle. Und ich wünsche mir, dass auch ihr weiterhin Teil dieser Arbeit seid.
Andrea Tischhauser, Projektleiterin

Mein Name ist Grace Atim, ich bin 51 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Ich habe Hotelmanagement studiert und viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet – zuletzt als Managerin mit Verantwortung für ein grosses Team.
Bevor ich zu NELIA kam, war ich 15 Jahre lang in einer christlichen Organisation tätig. Dennoch spürte ich den Wunsch nach einer neuen Aufgabe. Ich habe Gott gebeten, mir einen neuen Weg zu zeigen – und er hat mein Gebet erhört. Heute arbeite ich bei NELIA und unterstütze das Team in der täglichen Arbeit.
Ich bin sehr dankbar für diese neue Aufgabe, besonders weil mir die Arbeit mit Kindern sehr am Herzen liegt. Schon als junge Frau hatte ich den Wunsch, mich um benachteiligte Kinder zu kümmern – besonders um jene, die keine Eltern haben oder in schwierigen Familienverhältnissen aufwachsen. Ich möchte sie ermutigen, an eine positive Zukunft zu glauben und nicht in Hoffnungslosigkeit zu leben.
Bei NELIA erlebe ich, wie Leben verändert werden. Die Kinder finden hier ein Zuhause, Fürsorge und neue Perspektiven. Viele kommen aus schwierigen Situationen – und entwickeln sich hier in einem geschützten Umfeld.
Auch die verschiedenen Arbeitsbereiche beeindrucken mich sehr: Die Landwirtschaft sorgt für gesunde, natürliche Nahrung, die Fischzucht trägt zur Ernährung bei und schafft Arbeitsplätze. Gleichzeitig entstehen neue Perspektiven für die Menschen in der Region.
Mich ermutigt besonders das gute Miteinander im Team. Gemeinsam arbeiten wir daran, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und den Kindern eine stabile Grundlage für ihr Leben zu geben. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir auch die frühkindliche Förderung weiter ausbauen können – etwa durch einen eigenen Kindergarten, eine Schule, gesunde Ernährung und die Vermittlung des christlichen Glaubens.
Ich freue mich darauf, ab 2027 mehr Verantwortung zu übernehmen und die Arbeit von NELIA im Leitungsteam aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Es ist mein Wunsch, gemeinsam mit dem Team vor Ort positive Veränderungen zu bewirken und die Zukunft der Kinder nachhaltig zu prägen.
Als ugandische Mutter weiss ich, wie herausfordernd das Leben oft ist. Deshalb bedeutet es mir viel, Teil dieser Arbeit zu sein. Mein besonderer Dank gilt allen Unterstützern, die diese Arbeit möglich machen.
Gott segne euch.













































































































































