24.11.2021
Mit diesem Brief möchte ich euch einen Einblick geben, wie Gott uns im Chaos und in Katastrophen geholfen hat, humanitäre Dienste zu leisten. Wir danken euch herzlich für eure Gebete. Gottes Gnade und seine Treue haben uns durch die Pandemie getragen. Obwohl unser Handlungsspielraum, sowie unsere Aktivitäten durch Massnahmen stark eingeschränkt waren, konnten wir unseren Dienst fortsetzen. Auch wenn wir unsere Angebote teilweise einstellen mussten, konnten wir viele Leben "berühren" - auf andere Art und Weise. Ich bin sehr überzeugt, dass das Evangelium von Jesus Christus sich weiter ausbreiten wird.
Wegen den Covid19-Massnahmen konnten unsere Kinder die Schulen und Projekte für eine lange Zeit nicht besuchen. Doch unsere Mitarbeiter besuchten die Kinder zuhause und ermutigten sie, dranzubleiben. Zweimal verteilten wir Essensvorräte für 1'500 Familien und konnten so die Situation in der gesamten Gegend verbessern.
Im Norden Bihars gab es grosse Überschwemmungen, was die Situation für viele Familien zusätzlich kritischer machte. Wir unterstützten die Betroffenen und halfen ihnen, durch diese schwierige Zeit hindurchzukommen. Ich könnte viele persönliche Geschichten erzählen, doch dies würden den Rahmen dieses Rundbriefes sprengen.
Stattdessen möchte ich den Bibelvers aus 2. Korinther 9,8 zitieren:
Gott hat die Macht, euch mit all seiner Gnade zu überschütten, damit ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles habt, was ihr zum Leben braucht, und damit ihr sogar noch auf die verschiedenste Weise Gutes tun könnt.
Ich danke euch für eure treue Begleitung und Unterstützung in der letzten Zeit. Möge Gott mit euch sein und seine Gegenwart für euch real sichtbar werden. Er allein ist unser Herr!
Seid gesegnet!
Augustine Jebakumar

Die humanitären Dienste von GEMS
Unsere Projekte verstehen wir als "Leuchtfeuer der Liebe", welches seit 1980 brennt. Sie bringen Hoffnung zu hilflosen Menschen. GEMS sorgt für Benachteiligte, Ausgebeutete, Schutz- und Obdachlose. Kinder sind die Gegenwart und die Zukunft jeder Gesellschaft. So sind wir der Überzeugung, dass die Hilfe an den Kindern längerfristig eine Nation aufbaut, nachhaltig verändert und vorwärtsbringt.
Unser Dienst hat drei Stützpfeiler:
- Homes - Heime
- OPP - Unterstützung von Menschen in unerschlossenen Gebieten
Operation Upliftment of Rural - OUR People Project - RAHAB - Rehabilitation von hilflosen, verwahrlosten und missbrauchten Menschen
Rehabilation of Abused, Helpless, Abandoned and Bonded Project
GEMS hat das Motto:
Menschen verändern, um eine Nation zu verändern.
Damit wird die Wichtigkeit des einzelnen, würdevollen Lebens im Kontext der Gesellschaft betont.
Mit dem Projekt OPP haben wir ein sehr gutes, effektives Instrument, in die Dörfer hineinzuwirken und die Kinder und ihre Eltern im Alltag zu unterstützen. OPP besteht aktuell an 16 Standorten. Mit dem Ziel, den Kindern praktische Liebe zu zeigen, unterstützt das Projekt die Dorfentwicklung. OPP will so ein Kanal der Hoffnung sein in einer oft hoffnungslosen Gemeinschaft.
Das Projekt RAHAB unterstützt ganz gezielt bestimmte Gruppe von Menschen, die «Nat». Nat heisst übersetzt Tänzer. Früher waren die Nats am Königshof engagierte Unterhaltungskünstler, Jongleure und Tänzer. Nach dem Niedergang der Dynastie verdienten viele Frauen der Nats ihr Geld als Prostituierte, da unter der britischen Kolonialherrschaft ihre Dienste als Unterhaltungskünstler verboten wurden. Die Nats hatten ihren Lebensunterhalt verloren. Die Not trieb die Frauen in die Prostitution. So wurde Prostitution zu einer Tradition – bis heute. Ganze Dörfer sind seit Generationen von Prostitution durchdrungen und das «Erbe» wird an die nächste Generation, bereits an die Kinder, weitergegeben. Junge Mädchen werden zur Prostitution gezwungen und notfalls mit Medikamenten betäubt oder geschlagen, wenn sie sich weigern. Heute, über 60 Jahre nach Erlangen der Unabhängigkeit in Indien, zeugen diese Dörfer der Prostitution und Ausgrenzung von der Vergangenheit. Aktuell besteht das RAHAB Projekt in acht Dörfern.
Covid19 Nothilfe: Die Pandemie brachte die Schulen und die Projekte weitgehend zum Stillstand. Eltern waren nicht mehr in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen. Viele Familien hatten zu wenig Nahrung. GEMS verteilte zweimal langhaltbare Lebensmittel und Hygieneprodukte an insgesamt 1'500 Familien. Obwohl die eigentlichen Projekte stillgelegt oder verschoben werden mussten, besuchten die Mitarbeiter die Familien und ermutigten sie. So blieben die Kontakte bestehen.

Schulen und Ausbildung: 92 Kinder aus den sozialen Projekten von GEMS legten die Prüfung ab fürs 10. Schuljahr. 87 von ihnen bestanden, 26 waren sogar unter den Besten.
Weiterführende Ausbildungen für Kinder aus den Projekten und Heimen: Wir ermutigen unsere Lernenden, eine weiterführende Schule zu besuchen. 22 Schülerinnen und Schüler fanden eine Aufnahme in diversen beruflichen Ausbildungen bei GEMS.
- Acht Jungs wurden bei GEMS ITI aufgenommen und werden verschiedene Berufe erlernen wie zum Beispiel Elektriker oder Monteur.
- Ein Mädchen wird die Ausbildung in Modetechnologie besuchen
- Fünf Jungs wurden in der Pflegeausbildung aufgenommen
- Zwei Mädchen und 6 Jungen werden das Polytechnikum besuchen.
Dorfentwicklung: GEMS engagiert sich für die Dorfentwicklung in verschiedenen Gebieten, wie zum Beispiel die Ausbildung von Frauen, Hilfestellungen beim Finden und Kreieren von Einkommensmöglichkeiten, Landwirtschaftsprojekten und Projekte mit Jugendlichen.
Mittlerweile gibt es 54 «Selbsthilfegruppen» (SHG) bei GEMS. Sie alle sind unter Jeevika zusammengeschlossen, einem Projekt, das sich für die besseren Lebensbedingungen in den abgelegenen Gebieten Bihars einsetzt. Fast 810 Frauen profitieren von dieser Arbeit. Sie können ein Darlehen in Anspruch nehmen, um Anschaffungen zu machen, die ihnen einen Lebensunterhalt ermöglichen oder erhalten in speziellen Lebenssituationen finanzielle Möglichkeiten. Viele Frauen aus den SHG kauften mit dem Darlehen ein Stück Land oder Tiere, eröffneten einen kleinen Laden, bauten ein kleines Gebäude oder starteten ein Geschäft mit Möbeln oder Saris. Andere setzten das Geld für ihre Heirat oder medizinische Kosten ein.
Jayanthi (der Name wurde geändert) ist ein solches Beispiel. Sie ist Mitglied einer solchen Selbsthilfegruppe. Ursprünglich hielt sie sich als «Nat» mit dem Verkauf von illegalem Alkohol in ihrem Dorf über Wasser. Nachdem sie sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen hatte, erhielt sie ein Darlehen und eröffnete einen Süssigkeitenladen, der auch kühle Getränke verkauft. Vom illegalen Alkoholverkauf hat sie sich distanziert. Es ist unglaublich, wie SHG Menschenleben für immer verändert. Javanthis Leben wurde völlig verwandelt. Heute lebt sie ein Leben, das Respekt verdient. Ihre Kinder besuchen die Schule in einem GEMS Projekt. Obwohl sie eine «Nat»-Familie sind, hat die Tochter von Javanthi dank SHG gute Zukunftsaussichten.
Viele ähnliche Geschichten, von Familien, die zu völlig neuen Ufern aufbrechen, könnten im Zusammenhang mit SHG erzählt werden. SHG hilft den Müttern, doch nicht nur ihnen. Das Projekt verändert und rettet ganze Familien. Viele Männer verloren ihre Einkommensquelle während der Pandemie. SHG konnte ihnen helfen, dass sie nicht in die totale Armut oder Unterernährung abglitten. Zwölf Landwirte schlossen sich zu einem Bauernverein zusammen. Sie registrierten sich beim Amt für Landwirtschaft. Als Verein konnten sie von den Subventionen bei Saatgut, Dünger und anderem profitieren. Dieser Zusammenschluss bewahrte sie und ihre Familien davor völlig zu verarmen während der Pandemie, als bezahlte Arbeit rar und die Zukunftsaussichten kahl waren.
Geschichten gibt es viele! Die Geschichte vom hässlichen Entlein, das sich in einen wunderschönen Schwan verwandelt wiederholt sich immer wieder in Bihar. Wenn wir alle Geschichten aufschreiben würden, müssten wir Bücher füllen. Es ist nicht so, dass wir damit stolz angeben wollen, denn es geschieht aus Gottes überwältigender und unmessbarer Gnade, die unseren Verstand übersteigt. Wir denken zurück an die Wege, die uns Gott führte. Es waren dunkle Wege durch die Wüste und die Last war schwer. Trotzdem durften wir erleben, wie Gott aus der Last etwas Schönes schuf – die humanitären Dienste von GEMS. Möge Gott diese kargen Wüstenböden auch in der nächsten Zeit in fruchtbare Böden verwandeln. Danke!








































































































































