31.08.2022

Kamele statt Elefanten?
Schon seit einiger Zeit bewegt uns die Frage, ob wir im Nahen Osten eine Arbeit unterstützen wollen. Es gibt in den arabischen Ländern des Nahen Ostens viele Flüchtlinge, die Not ist gross und so auch der Druck, die Region zu verlassen und z.B. nach Westeuropa zu flüchten. Über einen jordanischen Freund in der Schweiz konnte der Kontakt zu Khaled* geknüpft werden, einem engagierten Christen in Jordanien. Der Zufall wollte es, dass Khaled auf Einladung einer Frau, die er im Jordan getauft hatte, im Juli mit seiner Familie am Genfersee war und wir ihn schon kennenlernen konnten. Der erste Eindruck war der eines sehr engagierten und umtriebigen Mannes, dessen Herz für Jesus brennt und dem Menschen ein grosses Anliegen sind. Wir beschlossen also, dass Christian Tobler und Philippe Beyeler nach Jordanien reisen, um sich mit ihm dort zu treffen und mögliche Projekt anzuschauen und zu besprechen.
*Name geändert

„Wieso noch ein weiteres Land?“ wurden wir verschiedentlich gefragt, „Indien ist doch gross genug und es gibt dort viel Not.“ Das ist richtig und wir wollen uns nicht leichtfertig verzetteln, doch haben wir Gott im Gebet die Frage gestellt, ob es eventuell auch andere Länder gibt, in denen sich die Inter-Mission engagieren soll und kann. Die Antwort kam in Form dieses Kontaktes mit Khaled, der schon länger den Wunsch hat, eine christliche Schule zu beginnen und darum gebetet hat. Er ist Lehrer an einer grossen Schule in Jordanien und möchte sich frühpensionieren lassen, um eine weitere Schule aufzubauen. Er hat bereits drei Gemeinden gegründet, in denen er auch regelmässig predigt. Er ist sehr gut vernetzt und ist eine Persönlichkeit, die Menschen dafür gewinnen kann, sich im Reich Gottes zu investieren.

Die Reise fand Mitte August statt. Das Land ist zum grossen Teil von Wüste bedeckt und ist, ausser der Gegend um die Hauptstadt Amman, sehr dünn besiedelt. Auch trifft man hier eher auf ein Kamel als auf einen Elefanten, aber das ist nicht der einzige Unterschied zu Indien, wie wir feststellten. Die islamische Kultur ist sehr anders, die arabische Sprache ist es auch, ebenso das Essen. Sehr beeindruckend ist die Gastfreundlichkeit der Menschen, denen wir begegnet sind, überhaupt die Freundlichkeit und Offenheit. Es war schön, einige touristische Attraktionen besuchen zu dürfen, wobei wir fast immer mit jungen Leuten aus der Gemeinde unterwegs waren und viel Zeit für den Austausch hatten, was sehr spannend und bereichernd war. Ihre Geschichten, die sie mit Jesus erleben, sind sehr bewegend und ermutigend.

Wir haben drei Orte besucht, wo eine Partnerschaft der Inter-Mission möglich wäre, wobei sich vor allem ein Standort als chancenreich gezeigt hat. Wir sind nun am Prüfen und Abklären und Einholen von Informationen, um zu sehen, ob wir dort mit einem kleineren Engagement den Betrieb eines Kindergartens ermöglichen können, aus dem dann im Laufe der Zeit eine Schule heranwachsen kann. Bei den anderen beiden Projektideen ist aktuell noch zu vieles unklar und es gibt noch viele offene Fragen von uns. Es wird Ausdauer brauchen, hierfür kann das Kamel ein Vorbild sein. Die Begegnungen mit Khaled, den Menschen in seinem Umfeld, einigen kirchlichen Leitern und der möglichen Projektstandorte war bereichernd und wir sind sehr froh darum für die weiteren Entscheidungen. Letztlich ist es unser Anliegen, dass Gott Klarheit gibt und die Türen öffnet, wenn es an der Zeit ist.










































































































































